Wird wirklich dasselbe Bauteil angeboten?
Bei einem großen Preisunterschied prüfen wir zuerst den Zeichnungsstand. Danach folgen Werkstoff, Menge und Endbehandlung. Hinter zwei Zahlen können durchaus zwei verschiedene Leistungsumfänge stehen.
Schreiben Sie Teilenummer und Revision an den Anfang der Vergleichstabelle. Alle Anbieter brauchen denselben Unterlagensatz. Ändert eine technische Rückfrage die Vorgaben, sollten auch die anderen Anbieter diese Klarstellung erhalten.
Sechs Punkte auf denselben Stand bringen
Material: Stimmen Werkstoff, Lieferzustand und geforderte Nachweise überein? Beigestelltes und vom Hersteller beschafftes Material sind nicht derselbe Umfang.
Menge und Rüsten: Für welches Los gilt der Preis? Werden Programmierung, Vorrichtung oder Muster separat berechnet? Was gilt bei Nachbestellungen?
Fremdleistungen: Sind Wärmebehandlung, Beschichtung und Kennzeichnung enthalten? Wann erfolgt die abschließende Maßprüfung?
Prüfung: Welche Merkmale werden an wie vielen Teilen dokumentiert? Materialnachweis und Maßprüfbericht sind unterschiedliche Unterlagen.
Termin: Ab welchem Ereignis läuft die Lieferzeit? Technische Freigabe, Materialbeschaffung und Transport müssen berücksichtigt sein.
Kaufmännische Bedingungen: Vergleichen Sie Fracht, Verpackung, Währung, Steuern und Zahlungsziel. Der Stückpreis allein zeigt die Gesamtkosten nicht.
Annahmen ausdrücklich klären
Abweichende Auslegungen der Zeichnung gehören ins Angebot. Eine Anmerkung bedeutet aber noch keine Zustimmung des Kunden. Beide Seiten müssen den Inhalt vereinbaren und gegebenenfalls die Zeichnung anpassen.
Bei einer Passfläche nach Beschichtung kann ein Anbieter eine abschließende Bearbeitung berücksichtigen, während der andere nur das Maß vor der Beschichtung kalkuliert. Eine Preisverhandlung beseitigt diesen technischen Unterschied nicht.
Auch das Lieferrisiko bewerten
Gesperrte Eingangsteile, erneuter Transport und eine wartende Montage stehen nicht im ursprünglichen Stückpreis. Solche Probleme sind nicht zwangsläufig, gehören als Risiko aber in die Bewertung. Kommunikation und ein nachvollziehbarer Fertigungsansatz zählen mit.
Erstellen Sie vor der Vergabe eine kurze Leistungsübersicht. Unklare Positionen werden nachgefragt statt stillschweigend angenommen. So vergleichen Sie die tatsächlich übernommene Verantwortung.
Weiterführende Beiträge
- Eine Fertigungsanfrage vorbereiten
- Den Messbericht richtig anfragen
- Erstmusterfreigabe: Was vor dem Serienstart geprüft werden sollte
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