Gleiches Gewicht bedeutet nicht gleichen Aufwand
Eine einfache Buchse und ein Verbindungsteil mit Querbohrungen und engen Passungen können ähnlich viel Rohmaterial benötigen. Trotzdem unterscheiden sich Arbeitsgänge, Aufspannungen und Prüfaufwand deutlich. Ein Kilopreis oder die reine Spanzeit reicht für eine verlässliche Kalkulation nicht aus.
Sie bestellen ein fertiges, anforderungsgerechtes Bauteil. Programmierung, Werkzeugeinstellung, Erstteilprüfung, Entgraten und Verpacken gehören dazu, auch wenn die Maschine dabei keinen Span abnimmt.
Rüstkosten und Stückkosten auseinanderhalten
Ein großer Teil der Programmierung und Spannvorbereitung fällt pro Los an. Bearbeitung und bestimmte Prüfungen wiederholen sich je Stück. Vereinfacht besteht der Gesamtpreis daher aus Vorbereitung, mengenabhängiger Fertigung und zusätzlichen Leistungen. Ausschussansatz, Beschaffung und kaufmännische Bedingungen können hinzukommen.
Den Stückpreis für zehn Teile einfach mit tausend zu multiplizieren, ergibt selten eine brauchbare Serienkalkulation. Höhere Stückzahlen verteilen den Rüstaufwand, beseitigen aber weder Werkzeugverschleiß noch Qualitätsanforderungen oder Kapazitätsbedarf. Der Preis sinkt deshalb nicht beliebig mit der Menge.
Materialkosten enden nicht beim Einkauf
Ein anderer Werkstoff beeinflusst Schnittbedingungen, Standzeit und Entgratung. Auch der Rohmaterialdurchmesser zählt: Eine unnötig große Stange bedeutet mehr Späne und längere Bearbeitung. Geeignete Lagerabmessungen und ihre Verfügbarkeit gehören in die Betrachtung.
Geben Sie den Werkstoffzustand an und klären Sie, ob Maße vor oder nach Wärmebehandlung beziehungsweise Beschichtung gelten. Sonst vergleicht man möglicherweise ein fertig behandeltes Bauteil mit reiner Zerspanungsleistung.
Den Prüfumfang sichtbar machen
Stichproben an ausgewählten Maßen sind etwas anderes als dokumentierte Prüfungen festgelegter Merkmale an jedem Teil. Benennen Sie Merkmale, Prüfumfang und Berichtsformat. Ein Materialnachweis ersetzt keinen Maßprüfbericht.
Vor der Rabattfrage lohnt das Gespräch über Losgrößen, getrennt angebotene Arbeitsgänge und funktional begründete Toleranzen. Änderungen an der Zeichnung brauchen die Freigabe der konstruktionsverantwortlichen Stelle. Geometriebedingte Einsparungen behandeln wir im Beitrag zur kostengerechten Gestaltung.
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